Wie kommt der Strom ins Auto – Hausinstallation erklärt

Interessanterweise befassen sich viele zum ersten Mal mit ihrem Stromanschluss und der Hausinstallation wenn ein Elektroauto angeschafft wird. Zuvor haben sich wenige Menschen Gedanken darüber gemacht, welche Leitungsdicken vorhanden sind, welche Werte die Hausanschluss – Sicherung hat, oder was eine Steckdose so aushält.

Mit Anschaffung eines Teslas kommen hier viele Fragen auf, und ich werde oft belächelt, wenn ich sage „Laden wird überbewertet“. Das ist aber keinesfalls ein Scherz, sondern die Realität. Was habe ich bei meinem ersten Elektroauto an Adapter angeschafft, mir Gedanken gemacht das Fahrzeug möglichst schnell zu laden, und am Ende eigentlich kaum benutzt.

Doch fangen wir mal damit an, wie der Strom nun in Fahrzeug kommt. Er wird im Kraftwerk, per Windenergie oder Photovoltaic  erzeugt, und kommt mit einem richtig Dicken, 4 Adrigen Kabel im Haus an. Dort geht es in den sogenannten „Hausanschlusskasten„. In diesem befinden sich 3 sogenannte NH-Sicherungen. Diese Sicherungen sind sehr träge, das bedeutet, daß sie auch bei kurzzeitigem überschreiten der Anschlussleistung nicht gleich auslösen. Sie beschränken aber die Leistung, die hier abgenommen werden. Sind hier z.B. 3 NH-Sicherungen  mit jeweils 63A verbaut, so können hier maximal 44 kW Leistung angeschlossen werden.

Es geht von dort weiter zum Stromzähler, vor welchem normalerweise ein Ausschalter angebracht ist. Damit kann der Strom bereits vor dem Zähler getrennt werden, falls z.B. ein Zählerwechsel erforderlich ist.  Vom Zähler weiter geht es in den Sicherungskasten. In neuen Häusern ist der Sicherungskasten normalerweise mit dem Zähler zusammen in einem Schrank untergebracht. Hier wird der Strom nun auf die einzelnen Stromkreise und Räume aufgeteilt. Und hier wird auch die Leitung zu einer Lademöglichkeit für das Elektroauto abgenommen.

Was hier Sinn macht, ist zuerst von der Leistungsfähigkeit des Hausanschlusses begrenzt. Hat dieser 3 Sicherungen zu 35A, und es befinden sich Großverbraucher wie Durchlauferhitzer im Haushalt, wird eine Ladestation mit 22kW ohne Erhöhung der Anschlussleistung keinen Sinn machen.

Es gibt folgende Möglichkeiten:

Normale Schutzkontaktsteckdose:

+ Sehr günstig zu installieren. Sie sollte zum Laden eines Elektroautos direkt vom Sicherungskasten abgehen, und mit einer Mantelleitung NYM-J 3×2,5mm² angeschlossen sein. Hier reicht auch ein ganz normaler Fehlstrom-Schutzschalter . Diese gibt es integriert mit dem Sicherungsautomat, so daß bei einem Auslösen nur das Fahrzeug stromlos wird.

Leider ist die Ladegeschwindigkeit relativ gering. Die Leistung sollte nicht über 3 kW liegen, da diese Steckdosen nicht für Dauerbelastung ausgelegt sind. So werden ca 15km Fahrweg pro Ladestunde nachgeladen. Für viele Pendler mehr als ausreichend, besonders wenn es auch tagsüber eine Lademöglichkeit gibt. Tesla liefert hierfür den Tesla Mobile Connector mit einem passenden Anschlusskabel mit.

Blaue Campingdose (CEE 16 Blau)

Schon etwas besser ist der Anschluss einer blauen Steckdose. Die Kontakte sind robuster, und hier können auch mit Dauerlast 16a belastet werden, so sind beim Tesla Model 3 ca. 20 km Fahrweg pro Stunde nachladbar.

Tesla liefert auch hierfür den Tesla Mobile Connector mit einem passenden Anschlusskabel mit.

Starkstromdose (CEE16 rot)

Ab dieser Dose wird das Laden nun schnell. Aber nun wird ausser der Dose noch weiteres Zubehör erforderlich. Die Starkstromdose, auch Drehstromdose genannt ermöglicht das 3-phasige Laden, und kann so 60-70 km Fahrstrecke pro Stunde beim Model 3 nachladen. Um diesen Strom nutzen zu können muss aber eine „mobile Wallbox“ bzw ein Ladegerät benutzt werden. Hier werden 500 – 1000 Euro fällig, daher macht es Sinn zunächst zu überlegen, ob es wirklich notwendig ist. Denn bei 20.000 km Fahrleistung / Jahr werden „nur“ ca 3800 kWh Strom benötigt. Wer also häuft unterwegs oder beim Arbeitgeber den Strom nutzt, wird das extra Ladegerät kaum einsetzen. Wer eine solche Dose hat, kann aber mit dem mitgelieferten Tesla Mobile Connector trotzdem mit einem Adapter laden, wenn auch nur einphasig mit 3,7 kW . Daher sollte Dieser Adapter tatsächlich auch für unterwegs die Mindestausstattung sein.

Wallbox

Viele glauben eine Wallbox muss sein, um ein Elektroauto zu betreiben. Ja, es ist komfortabel, aber wirklich kein „muss“. Die Kosten der eigenen Stromtankstelle liegen schnell bei 2500 Euro mit Installation. Wirklich notwendig ist sie mit Sicherheit, für Vielfahrer, die kaum Standzeiten haben, und eben nicht unterwegs gleich den Supercharger nutzen können oder wollen. Meine ist eher selten in Benutzung. Ich fahre ca 25.000 km / Jahr, aber an vielen Orten hier gibt es öffentliche Ladestationen – fast alle gratis, oder derzeit günstiger als mein Stromtarif zu Hause.

 

 

 

 

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